• Schnittstelle
  • Entwicklungshelfer
  • Wassertäger
  • Schutzelement
  • Dienstleister
  • Schlüsselbund

14 Bad Lippspringer Feuerwehrmänner trainieren für den Skyrun

Bad Lippspringe(MH/bel). Sie rennen seit drei Wochen immer wieder die acht Stockwerke der Teutoburger-Wald-Klinik mit insgesamt 120 Stufen rauf und runter. Am 30. September treten 14 Feuerwehrleute aus Bad Lippspringe im Arag-Gebäude in Düsseldorf an. Dann geht es in voller Montur 520 Treppen rauf.
»Wir sind einfach heiß drauf«, sagt Martin Schmidt stellvertretend für die anderen 13 Feuerwehrleute, die an diesem sportlichen Wettbewerb der Wehren aus NRW teilnehmen. In Zweier-Teams geht es dann über 25 Stockwerke im KO-System gegen eine andere Mannschaft die Treppen hinauf. Die Mannschaften laufen in zwei verschiedenen Treppenhäusern des Gebäudes gegeneinander. Das Team, das als erstes im Ziel ist, kommt eine Runde weiter. Es wird also gegen das gegnerische Team und nicht gegen die Zeit gelaufen.

 

Auf dem Rücken ist in voller Ausrüstung mit Schutzkleidung, Helm und Stiefeln auch das Atemschutzgerät zu tragen, so dass man auf etwa 22 Kilogramm Zusatzgewicht kommt. »Es ist halt Sport in komprimierter Form«, sagt Schmidt. Bereits 2012 hatten acht Kameraden an dem Skyrun teilgenommen.

Zwar nutzten in den vergangenen Jahren auch die Bad Lippspringer das besondere Fitness-Programm der Kreisfeuerwehr »Gesünder mit Pfiff«, doch nach dessen Auslaufen suchen sie eine neue sportliche Herausforderung. Der Wettbewerb beim Arag-Tower in Düsseldorf findet zum zehnten Mal statt. Veranstalter ist die Feuerwehr-Sportvereinigung Düsseldorf. 2016 traten knapp 260 Teams bei dem Wettbewerb an.

Seit drei Wochen trainieren die Bad Lippspringer an zwei Tagen in der Woche im Treppenhaus der Teutoburger-Wald-Klinik, das das Medizinische Zentrum für Gesundheit (MZG) zur Verfügung gestellt hat. »Das ist sicher ein verrückter Wettbewerb. Aber neben dem Teamgedanken machen wir auch etwas für unsere körperliche Fitness«, so Feuerwehrmann Lukas Hüttmann. »Entscheidend ist, dass wir als Team agieren und uns gegenseitig motivieren. Das brauchen wir auch im Einsatz«, nimmt Hüttmann diese aktuellen Trainingsqualen gerne auf sich.

Dieser Team-Gedanke wird auch in Düsseldorf eine wichtige Rolle spielen. Bei den KO-Läufen müssen beide Männer des Teams fast gleichzeitig ankommen, berichtet Schmidt. Diese eiserne Regel gelte schließlich auch für einen realen Einsatz.

Die Teutoburger-Wald-Klinik ist das höchste Gebäude in Bad Lippspringe und bei den Proben werden die Stockwerke etwa zwei- bis dreimal bewältigt, um an die Gesamtleistung in Düsseldorf zu kommen. »Dann geht es zu Fuß rauf und mit dem Fahrstuhl wieder runter«, berichtet Schmidt. Der erste Durchgang bis zur Klinik-Spitze dauert etwas mehr als zwei Minuten.

Vor fünf Jahren traten die Bad Lippspringer zum ersten Mal bei dem Wettbewerb an, als »alter Hase« ist Christian Hoffbauer auch diesmal dabei. Damit bei dem ganzen Kraftakt der Spaß nicht zu kurz kommt, gibt es am Abend in der Landeshauptstadt auch eine »Blaulicht-Party«. Voraussichtlich wird das 14-köpfige Team auch in einem Jugendheim in Düsseldorf übernachten. Die Sicherheit des Brandschutzes in Bad Lippspringe ist bei dem auswärtigen Einsatz nicht gefährdet. Immerhin hat die Badestädter Wehr noch deutlich mehr als 70 aktive Kameraden. Doch auch hier wird Nachwuchs gesucht.

Solche ungewöhnlichen Wettbewerbe wie der in Düsseldorf dienen der Imagepflege der Brandbekämpfer. Denn auch die Bad Lippspringer Helfer müssen manchmal unverständliche Kritik aushalten. »Nach dem jüngsten Nachteinsatz am Montag beim Westfalenhof kurz vor Mitternacht kritisierte irgendjemand anonym im Netz, dass wir mit 46 Mann und allen erforderlichen Fahrzeugen und lautem Martinshorn ausrückten«, kann sich auch Schmidt über solche Kritik an der hohen Einsatzbereitschaft der Wehr manchmal nur noch wundern.

Quelle: Westfalen Blatt  23.09.2017

 

JSN Epic template designed by JoomlaShine.com