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Digitalfunk

Detmold (6. Februar 2014). Wie belastbar ist das neue Digitalfunknetz? Das wollen mehr als 2300 Einsatzkräfte in ganz Ostwestfalen-Lippe herausfinden. Sie loten am, Samstag, 8. Februar, zwischen 9 und 13 Uhr die Grenzen der neuen Technik aus. Mit dabei sind Feuerwehren, Rettungsdienste, Hilfsorganisationen und Polizei.

16.000 Feuerwehrleute gibt es in OWL, 2000 von ihnen schalten am Samstagvormittag ihre neuen Digitalfunkgeräte ein – gleichzeitig. Und dann wird losgefunkt: Vier Stunden lang schwirren tausende Meldungen quer durch den Regierungsbezirk. Knapp 1900 Geräte sind im Einsatz. Ein Gesprächsaufkommen, das wertvolle Erkenntnisse für den Ernstfall liefert, wie Regierungsbrandamtmann Fred Nitschke von der Abteilung für Gefahrenabwehr der Bezirksregierung erklärt. „Dieses Szenario entspricht einer bezirksweiten Lage, wie sie zum Beispiel bei Hochwasser oder starken Stürmen vorkommt.“


Ziel des Tests sei, das Funknetz auf seine Belastbarkeit zu prüfen. „Jetzt gilt es, die Theorie mit der Praxis abzugleichen“, erklärt Rüdiger Most, Leiter der Abteilung für Gefahrenabwehr. Der Netzbetrieb werde während der Aktion kontinuierlich überwacht. Das Landesamt für Zentrale Polizeiliche Dienste – zuständig für die Überwachung der Einführung in NRW – lasse die Ergebnisse in die Optimierung des Funknetzes einfließen. Außerdem soll die Großübung die Besonderheiten der digitalen Technik Feuerwehrleuten, Rettungskräften, Polizisten und THW-Mitgliedern näher bringen.

Initiiert wurde die OWL-weite Aktion von der Abteilung für Gefahrenabwehr der Bezirksregierung. Die Landesmittelbehörde ist auch mit eigenen Kräften dabei: Zehn Mitglieder der Krisenstabseinheit für Information und Kommunikation (IuK) funken mit.

Dank richten die Verantwortlichen der Bezirksregierung an alle ehrenamtlichen und professionellen Einsatzkräfte. Fred Nitschke erklärt: „Je mehr Personen sich an solchen Tests beteiligen, desto besser ist die neue Technik auch einem bezirksweiten Großeinsatz gewachsen.“

Erweiterter Probebetrieb läuft seit September 2013

Der aktuellen Übung voraus gegangen waren die Überprüfung der Netzabdeckung im November 2013 sowie der umfangreiche Netzaufbau und die Ausstattung der Leitstellen von Feuerwehr und Polizei. Allein in OWL wurden 54 Basisstationen errichtet und in Betrieb genommen. Ein Großteil der etwa 1100 Feuerwehrfahrzeuge im Regierungsbezirk ist umgerüstet. Und etwa 200 spezielle Katastrophenschutzfahrzeuge sind neu ausgestattet – unterstützt von der Bezirksregierung

Parallel entwickelten Fachleute unter der Federführung der Bezirksregierung einheitliche Standards: Bedienung, Einsatz der Technik und Verständigung sind jetzt OWL-weit klar geregelt. Das gilt auch für den so genannten erweiterten Probebetrieb. Der begann pünktlich zum 16. September 2013.

Die Digitaltechnik ersetzt den bisherigen Analogfunk und löst ihn in etwa zwei Jahren vollständig ab. Sie ist dem Vorgängersystem deutlich überlegen: Sie ist abhörsicher, belastbar, klar verständlich und von deutschlandweiter Reichweite. Der Digitalfunk erlaubt zudem, die mehr als 16.000 Feuerwehrleute in OWL anhand ihrer Geräte zu verorten oder sie direkt anzusprechen. Nicht zuletzt ist das neue Funkgerät auch für die Retter selbst ein Mittel, um Hilfe zu rufen.

Quelle : Bezirksregierung Detmold