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Zeitung Westfalen Blatt Bad Lippspringe (WV). Studenten der Fachhochschule OWL entscheiden über die Zukunft der Bad Lippspringer Feuerwehr mit. Zumindest liefern zwei Diplomarbeiten zum Standort eines Feuerwehrgerätehauses die Grundlage für weitere Untersuchungen.Feuerwehrchef Elmar Thiele wünscht sich einen Neubau.


Das Dilemma ist seit Jahren bekannt: zu klein, zu eng und vor allem zu unsicher ist das Feuerwehrgerätehaus an der Wilhelm-Hücker-Straße. Unsicher deshalb, weil es im Alarmfall zwischen Einsatzfahrzeugen und Kindern und Jugendlichen auf dem Weg zum benachbarten Schulzentrum zu brenzligen Situationen kommen kann. Zudem fehlen auf dem Gelände eine ausreichende Zahl an Stellplätzen für die Feuerwehrmänner und -frauen sowie ein Übungsareal.
Geht es nach Bad Lippspringes Feuerwehrchef Elmar Thiele, führt um einen Neubau des Gerätehauses kein Weg vorbei. »Es gibt Normen und Vorschriften, und die lassen sich am jetzigen Standort nicht umsetzen.« Auch der Brandschutzbedarfsplan spielt eine entscheidende Rolle in dieser Diskussion. Der hat nämlich nur noch bis zum Jahr 2013 Bestand und muss dann neu aufgestellt werden.

 Feuerwehrchef Elmar Thiele

Kurzfristig wird sich an der Situation nichts ändern, sagt Thiele. Er rechnet mit einer mittel- bis langfristigen Lösung. »Trotzdem sind wir nach vielen Jahren, die das Thema schon diskutiert wird, mit der Machbarkeitsstudie, die von der Fachhochschule erstellt wird, zumindest schon mal einen Schritt weiter«, sagt der Feuerwehrchef. »Wir sind ja schon froh, wenn wir eine Standortsicherung hinkriegen.« Dass er und seine Kollegen auf den Rückhalt der Politik bauen können, da ist sich Elmar Thiele sicher: »Die jetzige Situation ist ja auch den Politikern bekannt, und sie haben den Brandschutzbedarfsplan einstimmig verabschiedet. Wenn was passiert, sind sie auch entsprechend haftbar«, spielt er auf die unglückliche Konstellation von Feuerwehrgerätehaus und Schulzentrum an.
Bauamtsleiter Ferdinand Hüpping betont, dass die Arbeiten der Studenten ergebnisoffen sind. »Es werden alle Möglichkeiten untersucht, und das beinhaltet auch die Optimierung des jetzigen Standortes.« Er betont aber gleichzeitig, dass die Diplomarbeiten lediglich Grundlage für weitergehende Untersuchungen seien: »Es sind Studenten und keine Architekten. Es wird kein Modell eines Feuerwehrgerätehauses dabei herauskommen.« Aber wann bekommt eine Stadt auch schon mal eine Machbarkeitsstudie umsonst geliefert? Zumindest fast umsonst: »Die Studenten erhalten eine kleine Aufwandsentschädigung«, sagt der Bauamtschef.
Abgabefrist für die beiden Arbeiten sind am 31. Januar. Dann folgen noch mündliche Prüfungen und die Bewertung. Voraussichtlich im März oder April sollen die Studien dann im Fachausschuss vorgestellt werden.
Auch wenn es sich »nur« um Diplomarbeiten von Studenten handelt, geht Ferdinand Hüpping davon aus, dass sie eine gute Grundlage für die weitere Diskussion bilden. Einen Zeitplan zum neuen Feuerwehrgerätehaus, ob nun an alter oder neuer Stelle, gebe es aber noch nicht, betonte Hüpping.

Bericht: Westfälisches Volksblatt von Per Lütje