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Gerätehaus in weiter Ferne. Bee kündigt bauliche Veränderungen am Standort Wilhelm-Hücker-Straße an.

VON RALPH MEYER

Bad Lippspringe. Keine guten Nachrichten für die freiwillige Feuerwehr der Badestadt. Mit dem Nein des Rates zur innerörtlichen Umgehungsstraße sind auch die Überlegungen für den Neubau des Gerätehauses an der Trasse vom Tisch. Statt dessen richtet Bürgermeister Andreas jetzt seine Überlegungen auf bauliche Veränderungen am jetzigen Standort an der Wilhelm-Hücker-Straße.

 

Bei der Mitgliederversammlung der Wehr betonte der Bürgermeister, der zentrale Standort des Gerätehauses sei nahezu ideal. Probleme bereiten allerdings die Enge im Gerätehaus und die unmittelbare Nähe zum Schulzentrum, was im Alarmfall die Unfallgefahr erhöht. „Ein Neubau ist sicher wünschenswert, aber zunächst wollen wir versuchen, Lösungen im Bereich der Fahrzeughalle zu finden“, erklärte Bee.

Aufgrund finanzieller Engpässe muss die Stadt die Beschaffung einer neuen, rund 750.000 Euro teuren Drehleiter auf das Jahr 2012 verschieben. Zuvor hatte bereits Stadtbrandinspektor Elmar Thiele Rat und Verwaltung zur Standortsicherung für ein neues Gerätehaus aufgefordert. Wörtlich fügte er hinzu: „Aus unserer Sicht dürfen keine städtischen Grundstücke verkauft werden, ohne die Standortfrage eines Feuerwehrgerätehauses geprüft zu haben. Thiele gab ferner zu bedenken, dass die Feuerwehr nicht nur für die Sicherheit der Bürger, sondern auch für die der Gäste sorgen muss. Immerhin werden pro Jahr rund 300.000 Übernachtungen gezählt. Feuerschutztechnisch hat die Wehr auch zwei Altenheime und sieben Kliniken zu betreuen.

Im vergangenen Jahr sind die 81 Aktiven der Einsatzabteilung, die in drei Züge unterteilt ist, zu 118 Einsätzen ausgerückt. Darunter zählten 29 Einsätze im abwehrenden Brandschutz. In 54 Fällen war technische Hilfe nötig. Dazu zählten elf Verkehrsunfälle. Größter Einsatz war der Großbrand am Kleehof Mitte September. Besonders ärgerlich für die Einsatzkräfte waren 35 Fehlalarme, von denen allein 19 durch Brandmeldeanlagen ausgelöst wurden. Auch eine böswillige Alarmierung gab es: Ein Kurgast mit Liebeskummer drcükte dem Auslöser eines Feuermelders ein. Die Tagesalarmstärke hat sich 2009 nicht dramatisch verschlechtert.

Der Ehrenabteilung gehören 42 Mitglieder an, die Jugendfeuerwehr zählt 26 Nachwuchskräfte, darunter fünf Mädchen. Elf junge Lippspringer stehen auf der Warteliste. Musik- und Spielmannszug zählen jeweils 52 Mitglieder. Bereinigt um Doppelmitgliedschaften gehören der Wehr 223 Mitglieder an.

Ausbildungsleiter Hartmut Klüter betonte, im Durchschnitt hätten Feuerwehrleute pro Woche einen Lehrgang besucht. Allein auf Kreisebene wurden 33 Angebote wahrgenommen.

Vize-Kreisbrandmeister Ralf Schmitz (Paderborn) sprach von „einsatztechnischer Hochkonjunktur" und appellierte an Rat und Verwaltung, die „Pflichtaufgabe Feuerwehr“ auch in finanziell klammen Zeiten gut auszustatten. Alfons Twielemeier, Leiter der Rettungswache des Roten Kreuzes, lobte die gute Zusammenarbeit der Wehr mit dem Rettungsdienst und erläuterte das neu geordnete Hilfeleistungssystem für Großschadensfälle.

Gruppenbild

Mit dem Feuerwehrehrenzeichen Silber für 25-jährige Mitgliedschaft wurden Elvira Ritter-Cramer, Thomas Steinhöfer und Wilhelm Willeke ausgezeichnet. Das Ehrenzeichen in Gold für 35 Jahre Dienst in der Wehr erhielt Stephan Zimmermann.

 

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