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Brandschutzbedarfsplan sieht Freiwillige Feuerwehr insgesamt gut aufgestellt

Bad Lippspringe. Im Jahr 2001 erstellte die Stadt Bad Lippspringe gemeinsam mit der Freiwilligen Feuerwehr den ersten Brandschutzbedarfsplan. Dieser soll deutlich machen, was finanziell und strukturell für den Brandschutz in der Badestadt getan werden muss. Vor einiger Zeit erfolgte nun die erstmalige Fortschreibung des Planes für den Zeitraum 2008 bis 2013.
Dabei stellt der Brandschutzbedarfsplan fest, dass generell eine angemessene Grundwasserversorgung vorliege. Auch die Zahl der Hydranten sei mit etwa 420 Stück ausreichend. Probleme mit der Wasserversorgung gebe es nur im Bereich des Hochwaldes. Dort seien zudem die Anfahrtsmöglichkeiten nur bedingt vorhanden.
Risikobereiche sind in Brandfällen immer Orte, an denen große Ansammlungen von Menschen vorkommen. In Bad Lippspringe sind dies natürlich die zahlreichen Kliniken sowie die Altenheime und Freizeitanlagen, wie zum Beispiel die Westfalen-Therme. Im Bedarfsplan heißt es dazu: „In diesen Bereichen sind durchaus Szenarien denkbar, die die Leistungsfähigkeit der Feuerwehr Bad Lippspringe übersteigen können. Dafür muss im Rahmen überörtlicher Hilfeleistung Unterstützung aus den Nachbarstädten angefordert werden.“ Mögliche Unfallschwerpunkte und somit Einsatzgebiete der Freiwilligen Feuerwehr gibt es auch im Straßenverkehr, beispielsweise auf der Bundesstraße 1 oder aber der Detmolder Straße. Hierbei warnt der Plan vor möglichen Rückstaus, die sich besonders zu Hauptverkehrszeiten auf den Straßen bilden können und somit die Hilfsfrist für die Feuerwehr beeinflussen.
Unter Hilfsfrist versteht man – ausgehend von den Qualitätskriterien für die Bedarfsplanung von Feuerwehren in Städten, die 1998 von der Arbeitsgemeinschaft der Leiter der Berufsfeuerwehren in der Bundesrepublik Deutschland (AGBF) erstellt worden sind – die Zeit, in der die Feuerwehr in einer gewissen Stärke am Unfallort eingetroffen sein muss, um zum Beispiel im Brandfall eine Menschenrettung zu ermöglichen. Die Stadt Bad Lippspringe hat sich dafür einen Zeitraum von acht bis zwölf Minuten gegeben. Dies heißt, dass innerhalb von acht Minuten und nicht später als zwölf Minuten nach dem Alarm zehn Feuerwehrleute mit den entsprechenden Rettungsgeräten am Unfallort eingetroffen sein müssen. Ausgehend von diesen Zeitangaben sollen weitere sechs Funktionen in spätestens fünf Minuten am Notfallort verfügbar sein. Gerade noch rechtzeitig also, um die ebenfalls von der AGBF vorgegebene Reanimationsgrenze für eine Person im Brandrauch – diese liegt bei 17 Minuten – zu erreichen.
Dafür ist es allerdings nötig, dass im Ernstfall ausreichend Einsatzkräfte greifbar sind – und genau dort hapert es bei der Bad Lippspringer Feuerwehr. Zwar hat die Bad Lippspringer Wehr etwa 75 Einsatzkräfte, werktags sind von diesen Feuerwehrmitgliedern in der Zeit von 6 Uhr bis 18 Uhr allerdings nur 21 Prozent sofort verfügbar. Viele andere arbeiten außerhalb von Bad Lippspringe und müssen daher erst eine längere Strecke mit dem Auto zurücklegen, wodurch sie die Hilfsfrist nicht mehr einhalten können. Dementsprechend konnte beispielsweise bei kleineren Bränden die vorgegebene Hilfsfrist im Zeitraum von 2001 bis 2006 nur zu 50 Prozent eingehalten werden. Bei schweren Verkehrsunfällen mit verletzten Personen lag dieser Wert bei etwas über 71 Prozent. Der Bedarfsplan strebt aus diesem Grund eine Erhöhung der Einsatzkräfte auf 95 Feuerwehrleute an.
Weniger Probleme gibt es bei der Ausstattung der Freiwilligen Feuerwehr Bad Lippspringe. Sowohl die Löschgruppenfahrzeuge, die Drehleiter, das Tanklöschfahrzeug, der Rüstwagen und das Mannschaftstransportfahrzeug sind in einem guten Zustand. Einzig das Einsatzleitfahrzeug musste neu angeschafft werden. Der Auftrag über 80.000 Euro erfolgte im Februar, das Fahrzeug dürfte bis Ende August eingetroffen sein.
Nicht auf dem neuesten Stand ist dagegen das aktuelle Feuerwehrgerätehaus. Dieses wurde 1957 an der „Wilhelm-Hücker-Straße“ erbaut und in den Jahren 1970, 1985 sowie 1992 umgebaut. Trotz seiner für die Hilfsfrist vorteilhaften zentralen Lage entspricht es mittlerweile nicht mehr den erforderlichen Bedingungen. Zum einen stößt es bereits seit des Umbaus von 1985 an seine baulichen Grenzen. So gibt es Engstellen im Bereich der Fahrzeugstellplätze – der Abstand des Fahrzeugs zur Wand beträgt teilweise nur 15 Zentimeter, vorgegeben sind fünfzig bei geöffneten Fahrzeugtüren –, wodurch schwere Unfälle durch Quetschungen von Feuerwehrleuten beim Besteigen der Autos nicht ausgeschlossen werden können. Zum anderen gibt es für die Einsatzkräfte nicht genügend Stellplätze, um die Autos, mit denen sie im Ernstfall zur Wache kommen, abzustellen. Gefährlich ist die Lage des Feuerwehrhauses auch durch die dichte Wohnbebauung und das Schulzentrum „Im Bruch“ in unmittelbarer Nähe. Der Schulweg vieler Schülerinnen und Schüler geht direkt am Gerätehaus vorbei und führt in Notfallsituationen immer wieder zu gefährlichen Manövern seitens der Feuerwehr, wenn sie mit ihren Fahrzeugen ausrücken muss. Wann in diesem Punkt Änderungen angestrebt werden sollen, wird im Brandschutzbedarfsplan nicht klar dargestellt. Zwar soll möglichst zeitnah ein Grundstück gesichert werden, auf dem dann der Neubau eines Gerätehauses erfolgen könnte, der Zeitpunkt dieses Neubaus steht allerdings noch nicht fest. Der Plan geht von bis zu 10 Jahren aus.
Die Freiwillige Feuerwehr musste 2007 zu 155 Einsätzen ausrücken, 57 mehr als noch 1997. 28 Mal war dabei ein Brand die Ursache, in 105 Fällen musste die Feuerwehr technische Hilfe leisten, 22 Mal handelte es sich um Fehlalarme. Insgesamt hat die Feuerwehr Bad Lippspringe eine Personalstärke von etwa 210 Personen. Diese setzen sich neben den Einsatzkräften noch aus der Jugendfeuerwehr, dem Spielmannszug sowie der Ehrenabteilung zusammen.

BZ1: Nicht mehr zeitgemäß: Das Feuerwehrgerätehaus ist an seine baulichen Mängel gestoßen. Zwar ist der zentrale Standort gut, aber die angrenzenden Wohngebiete sowie das Schulzentrum „Im Bruch“ bringen besonders während des Schulbetriebes immer wieder gefährliche Situationen hervor.

BZ2: Suche nach Einsatzkräften: Die Feuerwehr Bad Lippspringe, hier bei einem Einsatz an der Teutoburger Waldklinik, hat etwa 75 Einsatzkräfte. Diese Zahl reduziert sich an Werktagen drastisch. Daher wird eine Erhöhung der Zahl angestrebt.

Text und Fotos: Mark Heinemann

Quelle : Bad Lippspringer Nachrichten

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