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2008 aus Sicht der Feuerwehr ein Jahr mit 123 Einsätzen für die Kameraden. 46 Personen konnten gerettet werden, für eine Person kam unsere Hilfe leider zu spät. 12mal ertönten die Sirenen in Bad Lippspringe, 12mal die Alarmierung für die Kameraden mit dem Wissen, bei dem Einsatz ist Menschenleben in Gefahr. Achtmal waren Menschenleben bei einem Feuer und viermal bei einer technischen Hilfe, meist Verkehrsunfällen in Gefahr.

 

Es begann am 24. Januar 2008 gegen 1.00 Uhr Feuer 3 mit Sirenenalarm, Kellerbrand in der Masch.

Nach einem geselligen Abend brennt lange nach der Party der Mülleimer im Keller. Rauchmelder haben hier die Bewohner gerettet.

Anfang Februar Chlorgasaustritt an der Westfalen Therme, alle Hotelzimmer des betroffenen Bereiches wurden geräumt.

Anfang März, das Sturmtief Emma zieht über NRW, in Bad Lippspringe hat Emma zwei Einsätze verursacht, ein umgekippter Baum und eine Kaminplatte.

Ende April, der Rat der Stadt hat die Fortschreibung des Brandschutzbedarfsplans beschlossen.

Für den Rat und die Feuerwehr besteht auf fünf weitere Jahre die Planungssicherheit.

Montag, 05. Mai vormittags 10:15Uhr, Feuer 1 Brandmeldeanlage im ev. Wohn- und Pflegeheim Martinsstift, der Einsatz selbst ist nicht erwähnenswert, die Anzahl der zur Verfügung stehenden Einsatzkräfte dagegen umso mehr.

Die im Brandschutzbedarfsplan rechnerisch vorhandene Erreichbarkeit von 23% der Einsatzkräfte am Tag, wurde bei dem Einsatz drastisch unterschritten. Elf Einsatzkräfte standen am Martinsstift zur Verfügung, das sind 16% der Einsatzkräfte. Diese Zahlen sind mehr als alarmierend.

Ende Juni ein GSG Einsatz (Gefährliche Stoffe und Güter), direkt vor der Wache an der Wilhelm Hücker Straße stellte der Fahrer eines Paketdienstes sein Fahrzeug ab. Er hatte bemerkt, das aus einem Packstück eine Flüssigkeit ausgetreten war. Glücklicherweise handelte es sich nur um Konzentrat für Desinfektion von chirurgischem Besteck.

Mitte Juli, am 17.07. vier Einsätze an einem Tag. Dreimal Hilfeleistung 1, Tierrettungen, Entenküken in Not und eine Katze im Baum, die Einsatzkräfte fanden im Baum nur ein Katzenskelett.

Gegen 17.00 Sirenenalarm, Hilfeleistung 3, Person hängt hinter dem Fallschirmspringer Flugzeug. Der Fallschirmspringer hatte sich in den Automatikleinen im Flugzeug verfangen, der Pilot konnte ihn befreien, der Einsatz wurde für die Feuerwehr noch auf der Anfahrt abgebrochen.

Am 01. August kurz vor der Mittagzeit, Brand in der Teeküche im Quellenpark. Die Rauchabschlusstüren haben alle automatisch geschlossen, eine Rauchausbreitung wurde begrenzt. Drei Bewohner und ein Handwerker wurden mit einer Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus eingeliefert.

15. September, 13.00 Uhr, Feuer 3 wieder Sirenenalarm, Wohnungsbrand in der Triftstraße. Beim Eintreffen der Einsatzkräfte hatten alle Personen das Gebäude verlassen. Die Polizei hatte eine 87 jährige Dame über eine Stehleiter gerettet. Fünf Personen wurden mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus eingeliefert. Brandursache war ein technischer Defekt am Kühlschrank.

Oktober, 06.10. 11.00 Uhr Feuer 3, Sirenenalarm, auf dem Gelände der Fa. Heuser brennt eine Lagerhalle 20 mal 30 Meter, mit Holz- und Öllager. Bereits auf der Anfahrt wurde die Feuerwehr Schlangen nachalarmiert und für eine evtl. Unterstützung in einen Bereitstellungsraum gerufen. Das Feuer drohte bereits auf die Produktionshalle überzugreifen. Nachdem zwei Fässer mit Nitrolacken geborgen waren, hatte die Feuerwehr Bad Lippspringe den Brand schnell unter Kontrolle, die Unterstützung der Schlänger Kameraden war nicht mehr erforderlich.

Allerheiligen Hilfeleistung 3, Sirenenalarm, Radfahrerin unter Pkw, so die Alarmierung für die Kameraden. Auf der Josefstraße war eine Radfahrerin unter einen Smart geraten. Zum Glück ein leichtes Auto. Die junge Frau hatte nur ein paar blaue Flecken abbekommen. Bei einem schweren Auto wäre es nicht so glimpflich ausgegangen.

Am zweiten Weihnachtstag gegen 17.00 Uhr, Feuer 1 Baum brennt am Dedinghauser Weg. Zur Einsatzstelle fahren, Schnellangriff rausholen, Baum ablöschen und wieder nach Hause fahren, das waren die Gedanken der Einsatzkräfte auf dem ersten Fahrzeug. Der Baum stand jedoch ca. 300m von befestigten Wegen entfernt hinter dem Gut Dedinghaus. Von keiner Seite direkt mit dem Fahrzeug zu erreichen. Der Baum, eine Eiche, Stammdurchmesser ca. 1,80m Meter, hohl und ausgetrocknet, brannte wie ein Kamin.

Der Einsatz wurde auf Feuer 2 erhöht, es waren mehr Einsatzkräfte erforderlich. Bei der Erkundung, gemeinsam mit zwei Polizisten, brach ein Ast vom Baum und traf einen Feuerwehrkameraden auf den Helm. Der Rettungswagen und Notarzt wurden alarmiert, der Kamerad hatte eine Gehirnerschütterung und musste längere Zeit im Krankenhaus bleiben. Kinder hatten den Baum angesteckt, als sie von dem Unfall erfuhren, haben sie den Feuerwehrkameraden im Krankenhaus besucht und sich bei ihm entschuldigt.

Die geringe Anzahl von Einsatzkräften hat sich durch alle Tageseinsätze gezogen, im Schnitt sind nur 22% der Kameraden zwischen 07.00 und 17.00 Uhr am Ort. Erste Schritte in die richtige Richtung waren Feuerwehrkameraden, die als Auszubildende im Rathaus und der Kläranlage tätig sind und am Tag zur Verfügung stehen. In diesem Jahr tritt ein weiterer Kamerad vom städtischen Bauhof in die Feuerwehr ein.

Die Problematik der Tageserreichbarkeit ist nicht nur in Bad Lippspringe vorhanden. In einer Gemeinde in Baden Württemberg, in Dettenheim, haben Feuerwehrkameraden verschiedene Vergünstigungen in der Gemeinde. In Bad Lippspringe können die Kameraden die Schwimmbäder und die Sporthallen für gemeinsame sportliche Aktivitäten nutzen. Maßnahmen, die immer mehr Anklang finden.

Eine Maßnahme, die auch im Brandschutzbedarfsplan immer wieder auftaucht, ist die Standortsicherung für ein neues Feuerwehrgerätehaus. Zur Zeit ist die Standortfrage nach Auskunft des Bürgermeisters von dem Bau der Entlastungsstraße abhängig. Seit mehr als 15 Jahren erinnert die Wehrleitung immer wieder an die erforderliche Standortsicherung.

Bei einem großen Teil der Einsätze, rüsten sich Einsatzkräfte mit schwerem Atemschutz aus. Die Atemschutzgeräteträger werden alle drei Jahre nach der G26 untersucht. Diese Untersuchung findet nicht mehr in Bad Lippspringe statt. Die Kameraden müssen nun zu einem Betriebsarzt nach Paderborn fahren. Hat Bad Lippspringe mit seinen medizinischen Einrichtungen keine Möglichkeiten mehr für diese Untersuchung?

Im Dezember 2008 ist der neue ELW - Einsatzleitwagen geliefert worden. Nach einigen Reklamationen und Nacharbeiten beim Ausrüster kann das Fahrzeug in Betrieb genommen werden.

Brandschutzerziehung, ist und bleibt ein wichtiges Thema für unsere Feuerwehr. In den sechs Kindergärten und für ca. 150 Schulanfänger wird einmal im Jahr eine Brandschutzerziehung durchgeführt. Die Erzieherinnen, Lehrer und Eltern werden von dem Kameraden Michael Heck und weiteren Kameraden, im abwehrenden und vor allem vorbeugenden Brandschutz unterrichtet. In den Grundschulen werden von Klasse 1 bis 4 je zwei Unterrichtseinheiten durchgeführt. Zum Abschluss jedes Halbjahres wird ein Schulalarm durchgeführt und von Kameraden der Feuerwehr begleitet. In beiden Grundschulen werden so 600 Schülerinnen und Schüler erreicht. Das Konzept wird inzwischen seit 13 Jahren erfolgreich umgesetzt. Darüber hinaus erhalten alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Medizinischen Zentrums für Gesundheit eine jährliche Brandschutzunterweisung durch die Feuerwehr.

Rauchmelder, vor zwei Jahren haben wir noch festgestellt, dass in vielen Wohnungen Rauchmelder fehlen. Bei den Einsätzen im vergangen Jahr konnten wir in immer mehr Wohnungen die lebensrettenden Rauchmelder finden. Sicher ist die Zahl noch nicht ausreichend, aber ein Anfang ist gemacht und das Verständnis für den Lebensretter ist vorhanden.

Die Leistungsfähigkeit der Feuerwehr ist abhängig vom Ausbildungstand. Schwerpunkte des Dienstplans in 2008 waren u.a., die praktische Umsetzung der neuen FwDV 3 und technische Hilfe bei Verkehrsunfällen. Auf Standort-, Kreis-, und Landesebene nahmen Kameradinnen und Kameraden an 49 Lehrgängen und Seminaren teil. Damit besucht statistisch jede Woche mindestens eine Feuerwehrkameradin oder ein Feuerwehrkamerad einen Lehrgang oder ein Seminar. Sie sind für die Sicherheit unserer Stadt unterwegs um sich weiter zu bilden.

Neben der Auffrischung und Weiterbildung in der Ersten Hilfe mit HLW Herz Lungen Wiederbelebung, stehen für das Jahr 2009 Fahrverhalten im Einsatz, Karten- und Objektkunde, Retten aus Höhen und Tiefen, Sonderlöschmittel sowie Brand- und Löschlehre auf dem Dienstplan. Die Truppmannausbildung Modul 1 und 2, der erste Teil der Grundausbildung für den Feuerwehrmann, ist im Januar gestartet.

Die Jugendfeuerwehr ist unsere Zukunft, aus ihr rekrutiert sich der größte Teil der aktiven Einsatzkräfte mit Erreichen des 18. Geburtstages. 2008 konnte die Jugendfeuerwehr ihr 30 jähriges Bestehen feiern. Mit Unterstützung der Einsatzabteilungen und vielen freiwilligen Helferinnen und Helfern konnten die Ereignisse gemeistert werden.

Im Januar 08 begann es mit der Verteilung der gelben Säcke in der Stadt und dem Einsammeln der Weihnachtsbäume. Im ersten Halbjahr bereitete sich die Jugendfeuerwehr auf die Abnahme der Jugendflamme vor. Neben der Stufe eins und zwei wurden in 2008 erstmalig auch die Jugendflamme der Stufe drei verliehen. Die Stufe drei der Jugendflamme ist das letzte Leistungsabzeichen, das ein Jugendlicher in der Jugendfeuerwehr erreichen kann.

Vor den Sommerferien fand wieder ein Fußballturnier des Kreisjugendfeuerwehrverbandes statt. Ein Höhepunkt war das Spiel der Gründungsmitglieder gegen eine Auswahl der Jugendwarte aus dem Kreisverband. In den Sommerferien fand ein einwöchiger Segeltörn in Holland auf dem Ijsselmeer statt.

Nach den Sommerferien kamen 35 Jugendfeuerwehren aus ganz NRW zur Abnahme der Leistungsspange in das Kurwaldstadion nach Bad Lippspringe. Die Jubiläumsfeier im November machte das 30 jährige Jubiläum der Jugendfeuerwehr Bad Lippspringe komplett.

 

Ein Ausblick der Jugendfeuerwehr in das 2009 zeigt ein weiteres Jubiläum, Heinz Heinemann feiert sein 30 jähriges Jubiläum als Jugendfeuerwehrwart. Heinz Heinemann ist damit nach Auskunft des Landesjugendfeuerwehrwartes der Dienstälteste Jugendfeuerwehrwart in Deutschland.

 

 

Gez.
StBI Elmar Thiele – Leiter der Wehr

BOI Martin Schmidt – P&Ö Feuerwehr Bad Lippspringe

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