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Es geht um bis zu 500  000 Euro – Feuerwehr wartet in Bad Lippspringe weiter auf ein neues Gerätehaus

Bad Lippspringe(WV). .Das MW-Gelände bleibt Wunsch-Standort für ein neues Feuerwehrgerätehaus. Die Verhandlungen mit dem Eigentümer gestalten sich aber unverändert schwierig. Knackpunkte der Gespräche sind laut Bürgermeister Andreas Bee die Abrisskosten von bis zu 500  000 Euro sowie die Frage möglicher Altlasten.

Von Klaus Karenfeld


Insgesamt 15 Mal haben sich Bee und die Eigentümerin des Geländes, die Volksbank Schlangen, zu Gesprächen getroffen. »Wir wären uns längst einig, wenn das Gelände unbebaut wäre«, machte Bee in der Jahreshauptversammlung der Bad Lippspringer Feuerwehr am Wochenende deutlich. Die Preisvorstellungen der Bank bezeichnete er als fair.
Kein Einvernehmen hätten beide Seiten dagegen in einer anderen zentralen Frage erzielt: »Wer trägt die Abrisskosten für das MW-Gebäude von 400   000 bis 500   000 Euro?« Ungeklärt sei genauso, wer das finanzielle Risiko trage, sollten unter dem alten Fabrikgebäude Altlasten gefunden werden.
Alternativ zum MW-Gelände, so Bee, würden aktuell weitere Standorte für ein neues Feuerwehrgerätehaus im Gemeindegebiet geprüft; darunter ist ein 6   000 Quadratmeter großes Grundstück am Pfingstuhlweg.
Wehrführer Michael Heck nahm den Rat in die Pflicht und mahnte erneut eine »zeitnahe Lösung« an: »Ich gehe davon aus. dass die Standortsicherung für ein neues Feuerwehrgerätehaus ganz oben auf der politischen Agenda steht. Und zwar unabhängig vom Kommunalwahltermin im Mai.«
Zahlen und Fakten bestimmten den weiteren Verlauf der Tagesordnung der Wehr-Versammlung: Im vergangenen Jahr musste die Badestädter Feuerwehr zu insgesamt 102 Einsätzen ausrücken. 23 Personen konnten dabei aus teilweise lebensgefährlichen Situationen gerettet werden. Für zwei Menschen kam jedoch jede Hilfe zu spät.
Laut Statistik gab es 2013 insgesamt 23 Klein- und Mittelbrände sowie einen Großbrand (Firma Dransfeld) »Es war alles in allem ein normales Einsatzjahr«, bilanzierte Heck. Erfreulicherweise weiter rückläufig sei die Zahl der Fehlalarme, die sich 2013 auf 21 belief.
Und auch das machte der Bericht von Schriftführerin Kerstin Alewelt mit Blick auf die Statistik deutlich: Die Bad Lippspringer Feuerwehr ist eine (Noch-)Männerdomäne. Aktuell gehören der Einsatzabteilung 65 Männer und nur acht Frauen an. Die Jugendfeuerwehr zählt 28 Nachwuchskräfte; eine Warteliste ist eingerichtet. Die Ehrenabteilung hat 38 Mitglieder (ausschließlich Männer). Der Musikzug bringt es auf 47 und der Spielmannszug auf immerhin 35 Aktive.
Ausbildungsleiter Gerhard Nolte attestierte der Wehr, sehr gut auf unterschiedliche Einsätze vorbereitet zu sein. Als erste Feuerwehrfrau in Bad Lippspringe hat Christiane Hoffbauer 2013 erfolgreich einen Lehrgang zur psychosozialen Unterstützung am Institut der Feuerwehr in Münster bestanden.
Kreisbrandmeister Elmar Keuter nutzte die Veranstaltung zur Werbung in eigener Sache: Der nächste Kreisfeuerwehrverbandstag findet am 03. Mai in Kirchborchen statt.

Foto: Zahlreiche Ehrungen standen am Ende des Abends: Mit dem Feuerwehrehrenzeichen in Silber für 25-jährige Mitgliedschaft wurden Uwe Krause, Holger Karenfeld-Lenz, Timo Müller und Thomas Niggemeier ausgezeichnet. Das Ehrenzeichen in Gold erhielten gleich 14 Mitglieder: Hans-Jürgen Alewelt, Ferdinand Aue, Kurt Hawart, Michael Heck, Hartmut Klüter, Johannes Meier, Markus Nettelbeck, Franz-Josef Niggemeier, Gerhard Nolte, Jürgen Peters, Norbert Tasche, Werner Tasche, Elmar Thiele (Ehren-Wehrführer)und Andreas Willeke. Auszeichnungen gab es auch für vier Urgesteine der Bad Lippspringer Feuerwehr. Für 50 jährige Mitgliedschaft geehrt wurde Ehren-Wehrführer Meinolf Wischer. Über stehenden Applaus freuen durften sich schließlich auch Johannes Hecker, Heinz Kröger (Ehren-Wehrführer) und Josef Tasche, sie gehören der Feuerwehr Bad Lippspringe bereits seit jeweils 60 Jahren an. Foto: Klaus Karenfeld

Quelle : Westfalen Blatt  27.01.2014